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Erstellung von Lerneinheiten (unit of study) in EML
Lerneinheiten werden üblicherweise arbeitsteilig in einem Team mit folgenden
Spezialisten erstellt (PLEGER 2001 b):
- Inhalts-Expertin
- Educational Designer (Pädagoge)
- EML-Spezialist
- MultiMedia-Produktions-Assistent
Inhalts-Experte und Educational Designer erarbeiten gemeinsam den Entwurf einer
Lerneinheit. Dabei werden u.a. folgende Aspekte beschrieben:
Inhaltlich didaktischer Entwurf der Module (SCHLUSMANS 2001)
- Lernziele
- Vorraussetzungen
- Prüfungsplan
- Personalisierung/Differenzierung
- Rollen
- Lernaktivitäten
- Lernumgebung
Die Lernziele
o Konkrete Verhaltensweisen und Kriterien
o Aufbau/Struktur der Lernziele
o evtl. Individualisierung der Lernziele
o Konsequenzen bei Nicht-Erreichen
Die Voraussetzungen
o Was wird bei der Lerneinheit vorausgesetzt? (z.B. Vorkenntnisse, Fähigkeiten,
verfügbare Zeit, Computer)
o werden Voraussetzungen überprüft, wenn ja: wie? (z.B. Eingangstest,
formelles Zeugnis)
o alternative Möglichkeiten, die Voraussetzungen zu erfüllen
Der Prüfungsplan
o Wie werden die Lernenden beurteilt? (z.B. Produkt oder MC-Test, individuelle
oder Gruppenbeurteilung)
o Wann werden sie beurteilt? (alle zur gleichen Zeit)
o Wer beurteilt? (spezielle Beurteiler, Mitstudenten)
o Beurteilungskriterien
o Wie werden Noten vergeben?
o Was passiert bei Nicht bestanden?
Personalisierung/Differenzierung
o Wie wird auf Besonderheiten einzelner Lernender eingegangen?
o Folgen alle dem gleichen Lernweg?
o Sind Wahlmöglichkeiten in der Lerneinheit vorgesehen?
Die Rollen
o Studierende lernen mit Hilfe anderer Personen. In welchen Rollen agieren diese
Personen?
o Mitstudent
o Tutor
o Beurteiler
o bei Gruppenarbeiten weitere Unterteilung möglich: o Gruppenleiter o
Datensammler etc.
Lernaktivitäten
Struktur:
o Welche verschiedenen Lernaktivitäten müssen ausgeführt werden?
o In welcher Reihenfolge? Verpflichtende Reihenfolge oder selbst wählbar?
o Müssen alle Studierenden alle Lernaktivitäten ausführen oder gibt es
Wahlmöglichkeiten und Differenzierungen z.B. je nach Vorkenntnissen?
Detail:
o Was muss die Studierende tun?
o Wie hoch ist der Arbeitsaufwand?
o Für alle Studierenden oder nur für bestimmte?
o Aktivität für einzelne oder für Gruppen?
o Welche Eingangsvoraussetzungen?
o Wann ist die Aktivität abgeschlossen?
o Was wird registriert?
o Spezielle Lernumgebung?
Die Lernumgebung
Die Lernumgebung bietet alle für die Lernaktivitäten nötigen Materialien
o Studieranweisungen
o Wissensquellen
o Tests
o Tools oder Instrumente
o Suchmaschinen
o Verweise auf andere Rollen in der Lernumgebung
o Portfolio, Protokoll zum Lernfortschritt
Allgemeine vs. spezielle Lernumgebung für einzelne Aktivitäten
o Art des Elements in der Umgebung (z.B. verfügbare / zu erstellende Datei)
o Verweis auf Wissensquelle oder direkt digital verfügbar?
o Umgebungen für andere Rollen
Das didaktische Szenario
o Gesamtübersicht über die Lerneinheit
o Zusammenspiel von Aktivitäten der Lernenden und anderer Rollen in bestimmten
Umgebung
Diese Aspekte werden in einem sogenannten didaktischen Szenario (siehe Abbildung
2) zusammengefasst. Das didaktische Szenario dient u.a. zur Aufteilung der
weiteren Arbeiten und bietet eine Gesamtübersicht über die Lerneinheit. Der
Inhalts-Experte erstellt die zentralen Fachinhalte, die Educational Designer
arbeitet die Interaktionen zwischen den festgelegten Rollen aus.
Aus diesen Vorgaben erstellt der EML-Spezialist eine EML-Datei in XML auf der
Grundlage der DTD von EML. In diese Datei können von dem
Produktions-Assistenten erstellte Multimedia-Elemente eingebunden werden.
Ausgehend von der EML-Datei im XML-Format werden automatisiert (siehe EML und
die Edubox) die eigentlichen Lernmaterialien erstellt. Verschiedene
Ausgabemedien können dabei berücksichtigt werden. So kann z.B. aus einer
EML-Datei die Web-Version und die Print Version der Lerneinheit erzeugt werden.
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